Prof. H. F. Krug


Die Nanowissenschaften entwickeln und nutzen Materialien, die im primären Stadium die Größe von häufig nur wenigen Nanometern besitzen. Diese sehr feinen Partikel zeigen völlig neue Eigenschaften und damit auch neue Chancen in der Anwendung. Am Arbeitsplatz, während der Produktion, in technischen oder gar in medizinischen Anwendungen, aber auch in der Umwelt werden solche Nanopartikel aber auch überraschende "Nebenwirkungen" hervorrufen, die es sehr genau gegenüber den Vorteilen abzuwägen gilt. Daher ist mehr Information zu ihrer Sicherheit und zu den möglichen Gefährdungen absolut notwendig. Nur durch ein verbessertes Wissen und die Kommunikation dieses Wissens kann die Gesellschaft oder das Individuum entscheiden, inwieweit diese Risiken akzeptabel sind. Unsere Aufgabe ist es also, diese Erkenntnisse zu erzeugen und sachlich nach außen zu kommunizieren. Darin sehe ich meine wichtigste Aufgabe.

Die Abteilung Materials-Biology Interaction am EMPA untersucht insbesondere die Wechselwirkungen zwischen Zellen und Materialien. Diese Intaktionen sind zum einen gewollt, um einzigartige Implantate zu konzipieren und zu entwickeln, beispielsweise künstliche Muskeln, Neuroimplantate, Toxizitäts-Biosensoren sowie abriebarme und bioaktive Oberflächen. Auf der anderen Seite können daraus aber auch gesundheitliche Probleme entstehen, die durch die Wechselwirkung von Nanomaterialien/Nanopartikeln mit biologischen Systemen gekennzeichnet sind. Die daraus eventuell resultierenden Risiken für Mensch und Umwelt werden intensiv untersucht. Diese Untersuchungen sollen helfen, für die nanotechnologischen Entwicklungen eine breite gesellschaftliche Akzeptanz zu erhalten.